small town blues

Sehnsucht nach der Großstadt. Es war wohl naiv zu glauben, dass ein Leben am Meer und in der Nähe der Berge alles andere wettmachen kann.

Nach Manchester begann es. Auf dem Heimweg vom Bahnhof hab ich gleich wieder zwei Leute getroffen, die ich kenne. So schön das familiäre Kleinstadtleben manchmal auch sein kann, nervte es mich die letzten Tage gewaltig. Hier kreist alles um sich selbst, mir begegnen die gleichen Leute teilweise fünf, sechs mal am Tag. Dazu kommt, dass es hier weder Kino, Theater, wirkliche Konzertlocations noch sonst etwas kulturelles zu tun gibt (die Societies und Pubs mal ausgenommen). Der Plattenladen, auf den ich mich schon von Berlin aus gefreut hatte, hat dicht gemacht bevor ich hier ankam. Wirkliche Buchläden gibt es nicht (mehr. Danke Amazon), das sind eher so Ramschgeschäfte mit allerhand Bastelzeug und Gartenkram. Meine Sehnen spielen weiter verrückt, Arztbesuch, Medikamentenumstellung, wandern ist immer noch nicht drin. Hinzu kam eine arbeitsintensive Uni-Woche.

Gestern Abend war dann aber eine Dylan Thomas Lesung mit Hip Hop-Jazz Untermalung im Blue Sky, die alles wieder wett gemacht hat. Das war eine Kollaboration des English Literature Department mit Rappern und Jazz-Musikern, die seeehr gut war. Bitte öfter sowas, Bangor! DSC01896

Heute hab ich dann die Bibliothek geschwänzt und war stattdessen am Meer. Es war gerade Ebbe, was bedeutet, dass sich eine mehrere hundert Meter lange, wasserlose Ebene erstreckte. Erinnerte in seiner Leere an eine Wüstenlandschaft. Beim Spaziergang durch die Algenhaufen lernte ich Pete kennen, einen Fotografen, der zehn Jahre lang im Stuttgarter Exil gelebt hat, bevor er wieder heimgekehrt ist. Auch in Manchester hat er eine Weile lang gewohnt und sagt, ich solle mich bis zum Frühling gedulden, denn hier sei es am Schönsten. Ich glaube ihm einfach mal.

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